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Skatanleitung: 18 hat nicht jeder

Skat ist eines der beliebtesten Spiele im Norden, weil es komplex und vielseitig ist. Schon Kinder können leicht seinem Bann verfallen. Dies sind die wichtigsten Regeln und Tipps für den Start.

Die Voraussetzung

Skat ist ein sogenanntes Stichspiel, bei dem zwei Spieler gegen einen Mitspieler antreten. Ihr benötigt lediglich ein Kartenspiel mit 32 Karten. Jeweils viermal Ass, König, Dame, Bube, 10, 9, 8, 7.

Richtig geben

Der Spieler rechts des Gebers, darf den Kartenstapel „abheben“. Beim Austeilen gebt ihr jedem Spieler erst drei Karten, legt danach zwei Karten verdeckt in die Tischmitte (Skat) und gebt vier Karten aus, dann wieder drei. Nun sollten alle Karten verteilt sein.

Foto: rsester / iStock / Getty Images Plus

Das Reizen

Wer alleine spielt, entscheidet sich durchs Reizen. Das geht wie bei einer Auktion. Wer das höchste Gebot abgibt, spielt alleine gegen zwei Kontrahenten. Die Mitspieler heißen nun im Uhrzeigersinn vom Geber aus Vorhand, Mittelhand und Hinterhand. Nachdem ihr euer Blatt gesehen habt, schätzt ihr den Reizwert ab. (Siehe Kapitel „Die Formel“) Der „sagende Spieler“ nennt dem sogenannten „hörenden Spieler“ – der Vorhand – ansteigende festgelegte Spielwerte (siehe Tabelle). Sagt dieser „weg“, passt er das Spiel – seine Hand kann mit dem Reizwert des Spiels nicht mithalten. Der Spieler, der nicht zuerst „weg“ sagte, hört die Gebote der Hinterhand. Wer am Ende das höchste „Gebot“ abgibt, spielt alleine.  Dieser bekommt den Skat und sagt an, welches Spiel gespielt wird. Der Alleinspieler darf zwei Karten seiner Wahl wieder verdeckt hineinlegen, welche am Ende zur Punktzahl mitgezählt werden und sagt sein Spiel an (siehe Kapitel „Die Spielarten“).

Foto: Skat.de

Die Formel

Die vier Buben sind (außer Null-Spiel) die höchsten Karten (Spitzen) im Spiel. Nach ihnen richtet sich der Wert eures Blatts. Grundsätzlich gilt: Wert der Trumpffarbe (♦= 9 ,♥=10, ♠ =11, ♣=12) x (Anzahl der Spitzen bzw. fehlenden Spitzen +1) = Reizwert. Nach dem Spiel kommen ggf. weitere Faktoren (z. B. Schneider, Schwarz) hinzu. Riskant, aber erlaubt ist Schneider und Schwarz in euer Reizen einzurechnen. Diese sind jeweils Faktoren, durch die sich euer Reizwert erhöht. Dem Deckblatt des Skatspiels könnt ihr die Reizwerte entnehmen.

Die Spielarten

Grundsätzlich unterscheidet Skat drei Spielarten: Farbspiel (Buben + Farben sind Trumpf), Grand (nur Buben sind Trumpf) und Null (nichts ist Trumpf, Buben werden in diesem Fall „eingereiht“ und liegen unter dem Wert der Dame). Beim Farbspiel wird die Anzahl der Spitzen + 1 mit den festgelegten Grundwerten multipliziert (s. o.). Beim Grand reizt man so: Hat man den ♠-Buben und den ♥-Buben, ist das „Ohne 1 (da ihr den ♣-Buben nicht habt), Spiel 2“, d. h. 2 x 24 (Grand) = 48. Hat man den ♣-Buben und den ♠-Buben: „mit 2, Spiel 3“, d.h. 3 x 24=72. Beim Null-Spiel gewinnt der Alleinspieler nur, wenn er keinen einzigen Stich bekommt. Der feste Reizwert ist hier 23 (35, wenn ihr den Skat nicht aufnehmt, also „Hand“ spielt).

Foto: archives / iStock / Getty Images Plus

Das Stechen

Die Vorhand beginnt und legt eine beliebige Karte offen auf den Tisch. Im Uhrzeigersinn müssen die Mittel- und Hinterhand die Farbe der gelegten Karte nun bedienen. Wenn der Spieler die gespielte Farbe nicht hat (und nur dann!), darf er eine beliebige Karte legen. Solltet ihr darauf setzen, dass euer Partner den Stich bekommt und eine Karte mit hohem Spielwert hineinlegt, nennt man das „schmieren“. Der Spieler gewinnt den Stich, der die ranghöchste Karte legte. Die Reihenfolge lautet dabei: ♣B – ♠B – ♥B – ♦B- Ass-10-K-D-9-8-7. Im Null-Spiel lautet die Reihenfolge: Ass-K-D-B-10-9-8-7. Der Alleinspieler hat sein Spiel gewonnen, wenn er 61 Punkte erzielt, die Gegenspieler haben mit 60 Punkten gewonnen. Es werden die Werte der Karten in den Stichen addiert: Ass (11)-K(4)-D(3)-B(2)-10-9-8-7. Bei jedem Skat-Spieler werden nur die Punkte, die er als Solist erzielt, notiert! Er bekommt den Reizwert des Spiels gutgeschrieben (siehe Formel). Wenn der Alleinspieler verliert, dann bekommt er allerdings den doppelten Spielwert als Minuspunktzahl abgezogen.

Achtung: Wenn der Alleinspieler zu hoch gereizt hat, hat er das Spiel verloren, egal wie viele Punkte er gemacht hat. Beispiel: Gereizt: Ohne 2, Spiel 3 x ♠(11) = 33 ⇒ Im Skat: ♣-Bube ⇒ nicht aufgenommen ⇒ neuer Spielwert: Mit 1, Spiel 2 x ♠ (11) = 22 ⇒ spielt er ♠, hat er verloren.

Wenn ihr einen Spiele-Abend mit euren Eltern plant, versucht es doch einfach mit dem typisch norddeutschen Kartenspiel.

Weitere Infos zu den Regeln, der Punktewertung und Sonderregeln erhaltet ihr unter www.dskv.de.